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Mariendistelsamen

Die Mariendistel, lat. Silybum marianum oder früher auch Carduus marianus genannt, ist im Mittelmeergebiet heimisch. In Deutschland wird sie angepflanzt. Die Pflanze gehört zur Familie der Asteraceae (Compositae). Sie ist eine imposante Distelpflanze, die etwa bis zu 200cm hoch werden kann. Teile der Blätter, die wie Streifen durch das Grün des Blattes gehen, sind weiß, nicht grün wie üblich gefärbt. Da diese weißen Stellen aussehen, als ob Milch über die Blätter laufen würde, bildete sich eine Legende: Als Maria, die Mutter Jesu Christi, ihr Kind säugte, floss die Milch teilweise über die Blätter der Mariendistel. Daher kommt der Name. Arzneilich verwendet werden meistens die Früchte (Fructus Silybi Mariae [früher Fructus Cardui Mariae]); seltener wird auch das Kraut der Pflanze zu Arzneimitteln verarbeitet. Die Früchte, so, wie sie für die Pharmazie verwendet werden, nennt man auch Marienkörner oder Stechkörner. Es sind die vom Pappus befreiten Früchte.

Zubereitungen aus den Früchten wirken entzündungshemmend und sie stabilisieren die Zellen, was auch zur Folge hat, dass die Leber besser gegen Toxine geschützt wird. Die Mariendistelfrüchte enthalten Eiweiß, etwa 20- bis 30% fettes Öl, das aus Glyceriden der Linol- und Ölsäure besteht und Silymarin.
Silymarin ist ein Gemisch aus verschiedenen Flavonolignane. Es schützt die Leberzellen dadurch, dass es die Zellmembranen in der Weise verändert, dass Zellgifte nicht in die Zelle gelangen können. Es verfügt darüber hinaus über gute antioxidative Eigenschaften gegen freie Radikale. Die Regeneration der Leber wird bei Einnahme von Mariendistelzubereitungen durch die Steigerung der Proteinsynthese gefördert. Man verwendet entsprechende Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung toxischer Leberschäden und zur unterstützenden Behandlung chronisch-entzündlicher Lebererkrankungen (Hepatitiden, Leberzirrhose und Fettleber).

Die Homöopathie wendet Silybum marianum z.B. bei Erkrankungen der Leber und Galle, des Pfortadersystems, der venösen Blutgefäße (Varizen, Ulcus cruris varicosum), Ikterus und Obstipation an (Boericke, 1992). Zubereitungen aus den Früchten werden in der Homöopathie u.a. bei Leber-Galle-Erkrankungen, Hämorrhoiden und Krampfaderleiden angewandt (Keller, Greiner, Stockebrand, 1990).

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