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Venen

Venen (lateinisch vena) oder deutsch Blutadern sind Blutgefäße, die das Blut zum Herzen führen. Die Venen des Körperkreislaufs transportieren sauerstoffarmes Blut, diejenigen des Lungenkreislaufs sauerstoffreiches Blut. Sauerstoffarmes Blut ist dunkler als sauerstoffreiches. Das bläuliche Erscheinen der Hautvenen hängt nicht allein mit dem Sauerstoffgehalt des venösen Blutes zusammen. Das Tageslicht dringt 0,5- bis 2mm tief in die Haut. Dabei wird der rote Anteil absorbiert und der blaue Anteil bleibt übrig. Diesen Teil sehen wir und deshalb erscheinen die Venen in dieser Gewebetiefe blau.

Inhaltsverzeichnis

1.   Aufbau
2.   Erkrankungen
2.1 Ödem
2.2 Besenreiser
2.3 Varizen (Krampfadern)
2.4 Phlebitis (Venenentzündung)
2.5 Thrombose
2.6 Ulcus cruris (offenes Bein)

Aufbau

Venen zeigen wie alle Blutgefäße eine typische Dreischichtung der Wand in Tunica interna (Intima), media und externa (Adventitia). Im Unterschied zu den Arterien sind viele der größeren Venen mit Venenklappen ausgestattet, damit das Blut nicht zurückfließt (vom Herzen weg). Bei den Arterien reicht der Pumpdruck des Herzens aus, um den Rückfluss zu verhindern. Die Wirkung der Venenklappen kann man an manchen Venen des Handrückens erkennen: Streicht man mit dem Finger das Blut aus der Vene in der Richtung vom Handgelenk zu den Fingern, so bleibt die Vene leer, da das Blut wegen der Klappen nicht vom Arm nachströmen kann. Das war im Übrigen auch eine jener Beobachtungen, die William Harvey (Englischer Arzt und Anatom *1578 †1657) zur Entdeckung des Blutkreislaufs führten.

Erkrankungen

Ödem

Erste Anzeichen einer Venenerkrankung sind Schwellungen in der Knöchelgegend und Schweregefühl in den Beinen. Diese Beschwerden treten vor allem abends auf und sind unspezifisch, d. h. sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Besenreiser

Besenreiser sind kleine, direkt unter der Hautoberfläche liegende, sichtbare Venen. Sie sind zunächst keine echte Erkrankung, sondern mehr ein kosmetisches Problem. Sie können aber Hinweis für Krampfadern oder eine venöse Abflussstörung sein. Man kann Besenreiser durch Einspritzung von Verödungsmittel oder auf natürliche Art mit Blutegeln behandeln.

Varizen (Krampfadern)

Krampfadern sind erweiterte geschlängelte Venen. Oberflächliche Krampfadern sind gut sichtbar oder tastbar und schlängeln sich im Unterhautfettgewebe (zumeist) am Bein entlang. Varizen des tiefen Venensystems sieht man nur im Ultraschall oder in der Phlebographie. Durch die Erweiterung der Venen kommt es zu einem unvollständigen Schluss der Venenklappen, man spricht von der Klappeninsuffizienz. Der hydrostatische Druck, der auf den Gefäßen im unteren Teil des Körpers lastet, wird wesentlich höher, der "transmurale" Druck, also der Unterschied zwischen Druck im Venensystem und im umgebenden Gewebe, führt dazu, dass vermehrt Wasser samt darin gelöster Bestandteile durch die Venenwand sickert und sich im Gewebe, meistens des Beines, ansammelt (Ödem).

Phlebitis (Venenentzündung)

Unter einer Phlebitis versteht man eine Venenentzündung. Das Gefäß und die Umgebung schmerzen, sind gerötet, geschwollen und überwärmt. Bei oberflächlichen Venen ist die Diagnose leicht zu stellen. Bei tiefen Venenentzündungen ist die Diagnose auch mit dem Ultraschall kaum zu erfassen. Ob es sich um eingedrungene Keime, eine Autoimmunentzündung oder eher eine mechanische entzündliche Reizung handelt – bis heute ist unklar, was die Ursache der Phlebitis ist.

Thrombose

Unter einer Thrombose versteht man die Verstopfung einer Vene durch ein Blutgerinnsel, das sich in den Venen bildet und an den Venenwänden festsetzt. Gefährlich werden diese Blutgerinnsel dann, wenn sie sich ablösen und in die Lunge geschwemmt werden. Dort führen sie dann durch einen Verschluss einer Lungenarterie zu einer Lungenembolie. Die Bedrohlichkeit wird verständlich, wenn man sich überlegt, daß so ein Thrombus (= Gerinnsel) bis zu 5 g schwer sein kann und, während der Passage des Herzens, in sehr viele einzelne Fragmente zerbricht, die dann wie ein Schrotschuss die Lunge erreichen.

Ulcus cruris (offenes Bein)

Nach jahrelangem Venenstau kann es zu einem "offenen Bein" bzw. "Unterschenkelgeschwür", dem "Ulcus venosum cruris" als Sonderform eines Ulcus cruris kommen. Diese Geschwüre liegen meist oberhalb des Innenknöchels. Sie sind schwer zu behandeln und heilen nur langsam ab.

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